Orthozentrum Wien
Dr. Andreas Kröner

Kniechirurgie

Muss jeder Meniskusriss operiert werden?

Nein. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Rissform, der Lage und Durchblutung des betroffenen Meniskusbereichs, den Beschwerden, dem Aktivitätsniveau sowie möglichen Begleitverletzungen ab. Unser Ziel ist es, möglichst viel funktionsfähiges Meniskusgewebe zu erhalten.

Nein. Bei einer isolierten Kreuzbandverletzung ohne operationspflichtige Begleitverletzungen kann zunächst eine strukturierte konservative Behandlung erfolgen. Entscheidend sind nicht nur der MRT-Befund, sondern vor allem die tatsächliche Stabilität des Knies, ein mögliches Wegknickgefühl und die individuellen Anforderungen im Alltag und Sport.

Die Rückkehr zum Sport richtet sich nicht nur nach der vergangenen Zeit. Beweglichkeit, Muskelkraft, Kraftsymmetrie, Stabilität, Koordination und sportartspezifische Belastbarkeit müssen ausreichend wiederhergestellt sein. Bei Sportarten mit Sprüngen, Drehbewegungen und schnellen Richtungswechseln erfolgt die uneingeschränkte Rückkehr in der Regel nicht vor etwa neun Monaten.

Isolierte Verletzungen des Innen- oder Außenbandes können häufig konservativ mit Orthese und gezielter Physiotherapie behandelt werden. Eine Operation kommt insbesondere bei hochgradiger Instabilität, knöchernen Bandausrissen oder komplexen Verletzungen mehrerer Bandstrukturen infrage.

Nein. Nach einer erstmaligen Patellaluxation kann bei geeigneten Voraussetzungen zunächst konservativ behandelt werden. Bei wiederholten Luxationen, anhaltender Instabilität, relevanten anatomischen Risikofaktoren oder Knorpelverletzungen kann eine operative Stabilisierung notwendig sein.

Nein. Entscheidend sind die Beschwerden, die Einschränkungen im Alltag, die betroffenen Gelenkabschnitte und die noch erhaltenen Strukturen. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen über gelenkerhaltende Eingriffe und Teilprothesen bis zur Knie-Totalendoprothese.

Hüftchirurgie und Hüftprothese

Nein. Solange Schmerzen und Bewegungseinschränkungen mit konservativen Maßnahmen ausreichend kontrolliert werden können, besteht keine zwingende Notwendigkeit für einen Gelenkersatz. Entscheidend ist nicht allein das Röntgenbild, sondern die tatsächliche Einschränkung der Lebensqualität.

Eine Hüftprothese kann sinnvoll werden, wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen trotz konsequenter konservativer Behandlung dauerhaft bestehen und Alltag, Mobilität oder Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Die Entscheidung wird individuell und gemeinsam getroffen.

Nach einer Hüft-Totalendoprothese ist das operierte Bein grundsätzlich von Beginn an voll belastbar. Die Mobilisation und Physiotherapie beginnen bereits am ersten Tag. Gehstützen dienen vor allem der Sicherheit und der Vermeidung eines hinkenden Gangbildes.

Nach entsprechender Rehabilitation sind viele sportliche Aktivitäten wieder möglich. Radfahren, Wandern, Schwimmen und kontrolliertes Krafttraining eignen sich häufig besonders gut. Welche Belastungen sinnvoll sind, hängt von den persönlichen Voraussetzungen, der sportlichen Erfahrung und dem Heilungsverlauf ab.

Schulterchirurgie

Nicht jeder Riss muss operiert werden. Entscheidend sind unter anderem Größe und Lage des Risses, seine Entstehung, die Qualität der Sehne und Muskulatur, der vorhandene Kraftverlust sowie Alter und Aktivitätsniveau. Bei geeigneten Voraussetzungen kann die Sehne arthroskopisch wieder an ihrem anatomischen Ansatz befestigt werden.

Nach einer Schulterluxation wird untersucht, welche Kapsel-, Band- oder Knochenstrukturen verletzt wurden und warum die Schulter instabil bleibt. Besonders bei jungen und sportlich aktiven Menschen sowie bei wiederholten Luxationen kann eine operative Stabilisierung sinnvoll sein.

Meist nicht sofort. Hinter Schmerzen beim Anheben des Arms können unterschiedliche Ursachen stehen. Häufig werden zunächst Physiotherapie, eine Anpassung der Belastung und entzündungshemmende Maßnahmen eingesetzt. Eine Operation ist nur bei einer entsprechenden Ursache und anhaltenden Beschwerden notwendig.

Viele Kalkablagerungen bilden sich im Verlauf wieder zurück. Daher stehen zunächst konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzbehandlung und fokussierte Stoßwellentherapie im Vordergrund. Eine arthroskopische Entfernung wird nur bei anhaltenden Beschwerden und entsprechender Indikation erwogen.

Eine Schulterprothese kann bei fortgeschrittener Arthrose, erheblichen Schmerzen und deutlichem Funktionsverlust sinnvoll sein, wenn konservative Möglichkeiten nicht mehr ausreichend helfen. Das geeignete Prothesenkonzept wird anhand der Rotatorenmanschette, der knöchernen Anatomie und der individuellen Situation ausgewählt.

Hand- und Ellbogenchirurgie

Leichtere Formen können zunächst konservativ behandelt werden. Besteht jedoch eine relevante oder fortschreitende Schädigung des Nervus medianus, kann eine operative Entlastung notwendig sein. Ziel ist es, den Nerv rechtzeitig zu entlasten und dauerhafte Funktionsstörungen zu vermeiden.

Bei einer Rhizarthrose werden zunächst geeignete konservative Möglichkeiten geprüft. Erst wenn anhaltende Schmerzen und eine deutliche Einschränkung beim Greifen und Halten bestehen, werden operative Verfahren in Betracht gezogen.

In der Regel nicht. Häufig handelt es sich um eine chronische Überlastung und strukturelle Veränderung der Sehnenansätze. Die Behandlung erfolgt primär mit Belastungssteuerung, gezielter Physiotherapie und gegebenenfalls regenerativen Verfahren. Eine Operation ist nur bei anhaltenden, therapieresistenten Beschwerden notwendig.

Entscheidend sind Ausmaß und Lage der Verletzung sowie die verbleibende Stabilität und Funktion. Manche Verletzungen können konservativ ausheilen. Höhergradige Instabilitäten oder vollständige Sehnenrupturen können dagegen eine operative Refixation oder Rekonstruktion erfordern.

Fuß- und Sprunggelenkchirurgie

Fuß- und Sprunggelenk-chirurgie

Viele akute Bandverletzungen können mit funktioneller Stabilisierung und gezielter Rehabilitation erfolgreich konservativ behandelt werden. Bleibt eine chronische Instabilität bestehen oder liegen relevante Begleitverletzungen vor, kann eine operative Stabilisierung notwendig werden.

Die Behandlung richtet sich nach Größe, Tiefe und Lage des Defekts sowie dem Zustand des umgebenden Knorpels und Knochens. Gerade bei jüngeren Patienten wird geprüft, ob eine gelenkerhaltende biologische Rekonstruktion möglich ist. Zusätzlich müssen mögliche Ursachen wie Instabilitäten oder Fehlstellungen berücksichtigt werden.

Nein. Entscheidend sind die Beschwerden, die funktionelle Einschränkung und die gesamte Statik des Fußes. Wenn konservative Maßnahmen sinnvoll sind, stehen diese an erster Stelle. Eine Operation wird individuell an die Anatomie, die Fehlstellung und die persönlichen Anforderungen angepasst.

Stoßwellentherapie

Die fokussierte Stoßwelle behandelt gezielt die betroffene Sehne, den Sehnenansatz oder eine andere erkrankte Struktur. Die ergänzende Faszientherapie berücksichtigt zusätzlich muskuläre und fasziale Spannungen sowie funktionelle Bewegungsketten. So wird nicht nur die schmerzhafte Stelle, sondern das gesamte funktionelle Umfeld einbezogen.

Sie kann insbesondere bei chronischen Sehnen- und Ansatzbeschwerden eingesetzt werden, beispielsweise beim Patellaspitzensyndrom, Tennisellbogen, bei Achillessehnenbeschwerden oder einer Plantarfasziitis. Ob die Therapie geeignet ist, wird anhand des individuellen Befundes entschieden.

Physiotherapie

Eine erfolgreiche Operation ist nur ein Teil der Behandlung. Das langfristige Ergebnis hängt wesentlich von der biologischen Heilung, der Wiederherstellung der Beweglichkeit, dem Muskelaufbau, der Koordination und der aktiven Mitarbeit des Patienten ab.

Abhängig vom Eingriff beginnt die Physiotherapie häufig bereits unmittelbar nach der Operation. Zu Beginn stehen meist Schwellungsreduktion, Beweglichkeit und Muskelaktivierung im Vordergrund. Danach werden Kraft, Stabilität, Koordination und funktionelle Belastbarkeit schrittweise aufgebaut.

Nein. Häufig ist eine gezielte Anpassung der Belastung sinnvoller als eine vollständige Pause. Die Belastung wird abhängig vom Beschwerdebild und Heilungsverlauf kontrolliert angepasst und anschließend schrittweise wieder gesteigert.

Bleiben trotz konsequenter und gezielter Therapie relevante Schmerzen, Instabilität oder Funktionsverluste bestehen und lässt eine Operation eine klare Verbesserung erwarten, sollte diese Möglichkeit besprochen werden. Ein auffälliger MRT- oder Röntgenbefund allein ist jedoch noch keine Operationsindikation.